Der Ausbau der Amerika-Linie wird den Abtransport von Waren ins weit entfernte europäische Ausland erheblich vereinfachen.

Perspektiven: Elbe-Seitenkanal

Foto: © Hafen UelzenDer Ausbau der Amerika-Linie wird den Abtransport von Waren ins weit entfernte europäische Ausland erheblich vereinfachen.

Während Schiene und Straße schon jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, bietet der Wasserweg im Landesinneren noch reichlich Entfaltungsmöglichkeiten.
Während Schiene und Straße schon jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, bietet der Wasserweg im Landesinneren noch reichlich Entfaltungsmöglichkeiten. Bildnachweis: © Hafen Uelzen
Der Ausbau der Schleuse bei Lüneburg würde zu einer Verdoppelung der transportierten Warenmenge auf dem ESK führen.
Der Ausbau der Schleuse bei Lüneburg würde zu einer Verdoppelung der transportierten Warenmenge auf dem ESK führen. Bildnachweis: © Hafen Lüneburg

Bei keinem Verkehrsträger kann mit dem Einsatz geringster Mittel so viel Mehrwert erzielt werden

In Deutschland betrug im Jahr 2013 das gesamte Ladungsaufkommen 226,9 Millionen Tonnen. Die Transportleistung belief sich in Summe auf über 60,1 Milliarden Tonnenkilometer auf den Binnenwasserstraßen. Damit beträgt der deutschlandweite Anteil an der Güterverkehrsleistung 14,2 Prozent. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 2.100 Binnenschiffe sowie über 300 Schubboote und 120 Schlepper. Die meisten davon verkehren derzeit auf dem Rhein und in dessen Umfeld auf dem westdeutschen Kanal. Vor 100 Jahren noch war die Elbe der meistbefahrene Fluss Deutschlands. Doch die Wirren der Weltkriege und der deutschen Teilung setzten dem ein Ende. Gemessen vom Hamburger Hafen aus, dem Hauptziel der Binnenschiffe auf dem ESK, ist der Anteil am Modal Split der Hinterlandverkehre bei elf Prozent, obwohl den Hamburger Hafen jährlich rund 11.000 Schiffe anfahren. Beim großen Konkurrenten Rotterdam liegt der Binnenschiffanteil dagegen bei gut einem Drittel.

Auf der Elbe und besonders dem ESK bestehen also noch große Potenziale. Während Schiene und Straße schon jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, bietet der Wasserweg im Landesinneren noch reichlich Entfaltungsmöglichkeiten, zumal für den Hamburger Hafen bis zum Jahr 2030 mit einer Verdoppelung der Umschlagleistung im Containerbereich gerechnet wird. Per Binnenschiff werden dagegen derzeit nur 1,7 Prozent aller TEUs abgefahren. Der Hamburger Senat hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Anteil auf fünf Prozent zu verdreifachen.

Von dieser Entwicklung können auch die Häfen am ESK erheblich profitieren.

Ein wesentlicher Baustein dazu wäre ein Ausbau des Schiffshebewerkes bei Lüneburg, der zu einer Verdoppelung der transportierten Warenmenge auf dem ESK führen würde. Eine erhebliche Aufwertung des Standorts würde auch der Bau der A39 bewirken, wodurch die Häfen entlang des ESK noch direkter an das europäische Fernstraßennetz angeschlossen werden. Bei entsprechenden Neuansiedlungen oder Flächenproblemen im Hamburger Hafen ist der Bau von Leercontainerdepots oder gar eines KV-Terminals grundsätzlich an den drei Standorten realisierbar.

Der Ausbau der Amerika-Linie wird zudem den Abtransport von Waren selbst ins weit entfernte europäische Ausland erheblich vereinfachen. Vor allem Uelzen befindet sich dadurch im Zentrum zwischen den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven und den Metropolregionen Berlin, Leipzig, Nürnberg und Prag.