Luftaufnahme Hafen Lüneburg Stand Juli 2015.
20 Juli 201518:30

Hafen Lüneburg GmbH startet Investitionsprogramm

Süderelbe AG  // Logistik und Hafen  // Elbeseitenkanal | veröffentlicht von: Henning Lindhorst

Lüneburg, den 20.07.2015 (Hafen Lüneburg GmbH) - Die Hafen Lüneburg GmbH bewirtschaftet eigentümergleich die Hafeninfrastruktur des Lüneburger Binnenhafens am Elbe-Seitenkanal, sowie die städtischen Industriebahnen und betreibt seit Oktober 2014 auch das operative Hafenumschlagsgeschäft.

Mit seinen 7 Binnenschiffsliegeplätzen und 940 m Liegeplatzlänge, sowie einer gut ausgestatteten Hafenbahn, die die gleichzeitige Abfertigung von mehreren Ganzzügen bis zu 750 m Länge erlaubt, ist der Lüneburger Binnenhafen baulich der größte Hafen am Elbe-Seitenkanal mit eigenem Hafenbecken.

Sowohl die Industriebahn des Hafens, als auch die Goseburgbahn, die das Gewerbegebiet an der Lüner Rennbahn, erschließt, sind direkt an die Hauptstrecke Hamburg – Hannover angebunden, so dass die Bahnen leistungsfähig an das europäische Bahn-Fernstreckennetz
angeschlossen sind.

Die Umschlagsanlagen des Hafens, bestehend aus dem Hafenbecken, Uferwänden, Kranfahrbahnen, Flächenbefestigungen, E-Versorgung usw., wurden 1976 zusammen mit dem Elbeseitenkanal, dem „Heide Suez“, in Betrieb genommen. Zeitgleich wurde auch die Hafenbahn, zunächst zur Anbindung des Hafenbeckens und später zur Anbindung diverser Firmen im Gewerbegebiet Bilmer Strauch ausgebaut.

Bereits 1971 wurde die Goseburgbahn zur Anbindung des Gewerbegebietes in der Lüner Heide fertig gestellt und ist seit dem durchgängig in Nutzung. Waren anfänglich noch zahlreiche Nutzer, auch zur Gestellung von Einzelwaggons, an die Bahn angebunden, so verkehren hier derzeit ausschließlich Güterverkehre für die Firma Yanfeng Global Automotive Interior Systems Co.,Ltd. (vormals Johnson Controls).

In 2014 wurden am Standort Lüneburg insgesamt rund 35.000 to an Massengut und Fertigprodukten über die Bahnen umgeschlagen. Derzeit wird für das laufende Geschäftsjahr 2015 mit einer Jahresgesamtmenge von 60.000 to auf der Bahn gerechnet, d.h. fast eine Verdoppelung der Jahresumschlagsmenge im Vergleich zum Vorjahr. Die Entwicklung wird auch weiterhin positiv eingeschätzt, da der Neubau eines Düngemittelzentrums durch die Raiffeisen ebenfalls den vorhandenen Gleisanschluss nutzen soll und zudem erste Anlieger im Gewerbegebiet Bilmer Strauch die Bahnanlagen, zum internationalen Versandt, wieder nutzen wollen. Die Firma Yanfeng ist zudem auch weiterhin auf die Bereitstellung eines leistungsfähigen Gleisanschlusses angewiesen.

Generell werden gute Chancen gesehen, die vorhandene leistungsfähige Bahninfrastruktur auch für den Direktumschlag von Bahn-LKW zukünftig intensiver, für die gesamte Metropolregion im Süden Hamburgs, nutzen zu können.

Für die gewerblichen Anlieger der Bahnen besteht somit generell wieder die Möglichkeit, die Verlagerung von Verkehren auf die Bahn in die Logistikplanung verlässlich einzubeziehen. Für das eine oder andere ortsansässige Unternehmen könnte das vielleicht von Interesse sein,
zumal nachhaltige Transportlösungen auch unter ökologischen Gesichtspunkten an Bedeutung weiter zunehmen.

Die Bahnen sind seinerzeit mit Holzschwellen ausgestattet worden, die nach rund 40 Jahren heute teilweise nicht mehr die betrieblich geforderten Radsatzlasten aufnehmen können, so dass im Bereich der Hafenbahn die Anlagen in Teilbereichen heute nicht mehr vollumfänglich
nutzbar sind. Nachdem in 2014, nach einer Havarie im Anschlussgleis im Herbst 2013, das Hauptgleis bereits grunderneuert wurde, kann heute das Hauptgleis zum Hafenbecken führend wieder mit Radsatzlasten von 22,5 to / Achse befahren werden.

Im Bereich der Goseburgbahn fand letztmalig vor 10 Jahren eine Grundsanierung der Anlagen in Teilen statt, so dass hier wiederum Bedarf zur Sanierung und Grunderneuerung in Teilen besteht.

Um heute bestehende Defizite an den Bahnanlagen zu beheben, investiert die Hafen Lüneburg GmbH in 2015 und 2016, mit Förderung durch den Bund, vertreten durch das Eisenbahnbundesamt (EBA) und dem Land Niedersachsen, vertreten durch die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), in die umfängliche Grunderneuerung ihrer Bahnen.

In der Goseburg wird dazu unter anderem die Eisenbahnbrücke in der Vrestorfer Heide, über die Ilmenau, grundsaniert. Die Trogbrücke wird eine neue Abdichtung unterhalb des Schotterbettes erhalten und es wird eine Betonsanierung durchgeführt. Zudem werden in der Goseburg Schwellen ausgetauscht und der Bahnübergang in der Christian-Herbst-Straße
erneuert.

Die Anlagen der Hafenbahn werden in Teilen, inklusive der Bahnübergänge, komplett grunderneuert, so dass die vorhandenen Anlagen wieder vollumfänglich nutzbar sind. Damit wird dann, neben dem Gleisen am Hafenbecken ( 2 Gleise am östlichen Hafenbecken für 400m Züge, 2 Gleise am westlichen Hafenbecken für 750 m Züge ), eine Vorstaugruppe nutzbar sein, so dass die Umschlagsaktivitäten und Zuggestellungen entzerrt werden können. Zielsetzung ist es das mindestens 3 Ganzzüge gleichzeitig die Anlage nutzen könnten.

Neben der Investition in die Bahnanlagen wird die Hafen Lüneburg GmbH in 2015 und 2016 in die Einzäunung der Betriebsfläche am Hafen investieren, so dass dort bestehende Anlagen und auch zukünftig Fördertechnik am Düngemittelzentrum besser geschützt sind. Auch aus Gründen der Arbeitssicherheit wird das Betriebsgelände dann nicht mehr frei zugänglich sein.
Damit wird zukünftig auch die Möglichkeit bestehen Stückgut zwischen zu lagern. Zudem ist die Errichtung einer zusätzlichen Lagerstelle für Schüttgut und die Einrichtung einer Ladestraße, außerhalb des Hafenbeckenbereiches, unter anderem zur möglichen Seitenbeladung von Waggons geplant.

Insgesamt plant die Hafen Lüneburg GmbH derzeit die Umsetzung von Investitionen in Höhe von 2,4 Mio €. Zusätzlich ist für 2015 und 2016 die Entschlammung des Hafenbeckens in Teilbereichen vorgesehen, so dass der südlich gelegene Schiffsliegeplatz LP 7, zur Bedienung des neuen Düngemittelzentrums der Firma Raiffeisen, in 2016 planmäßig zur Nutzung bereitsteht.

Kontakt

Hafen Lüneburg GmbH
Herr Strehse, Geschäftsführer
Tel. 0171-214 2813


Bahnumschlag bei Yanfeng Goseburgbahn.