Der Neubau bei Scharnebeck würde mindestens 250 Millionen Euro kosten
Der Neubau bei Scharnebeck würde mindestens 250 Millionen Euro kosten
31 März 201507:48

Die Perspektiven der Häfen. Bau der A 39 und Neubau der Schleuse Scharnebeck bergen Chancen.

Aktuelles  // Newsletter | veröffentlicht von: Frank Michael Braun [SAG]

In Deutschland wurden im Jahr 2013 insgesamt 226,9 Millionen Tonnen über 60,1 Milliarden Tonnenkilometer auf Binnenwasserstraßen transportiert. Damit beträgt der deutschlandweite Anteil an der Güterverkehrsleistung 14,2 Prozent.

Gemessen vom Hamburger Hafen aus liegt der Anteil am Modal Split der Hinterlandverkehre dagegen nur bei elf Prozent, obwohl den Hamburger Hafen jährlich rund 12.000 anfahren. Beim großen Konkurrenten Rotterdam dagegen beträgt der Binnenschiffanteil gut ein Drittel. Auf der Elbe und besonders dem ESK bestehen also noch große Potenziale.

Während Schiene und Straße schon jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, bietet der Wasserweg im Landesinneren noch reichlich Entfaltungsmöglichkeiten, zumal für den Hamburger Hafen bis zum Jahr 2030 mit einer Verdoppelung der Umschlagleistung im Containerbereich gerechnet wird. Per Binnenschiff werden dagegen derzeit nur 1,7 Prozent aller TEUs abfahren. Der Hamburger Senat hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Anteil auf fünf Prozent zu verdreifachen.

Von dieser Entwicklung können auch die Häfen am ESK erheblich profitieren. Ein wesentlicher Baustein dazu wäre ein Neubau der Schleuse bei Lüneburg, der zu einer Verdoppelung der transportierten Warenmenge auf dem ESK führen würde. Eine erhebliche Aufwertung des Standorts würde auch der Bau der A39 bewirken, wodurch die Häfen entlang des ESK noch direkter an das europäische Fernstraßennetz angeschlossen wären. Bei entsprechenden Neuansiedlungen oder Flächenproblemen im Hamburger Hafen wäre der Bau von Leercontainerdepots oder gar eines KV-Terminals z.B. in Lüneburg kurzfristig realisierbar.

Der Ausbau der Amerika-Linie wird zudem den Abtransport von Waren selbst ins weit entfernte europäische Ausland erheblich vereinfachen. Vor allem Uelzen befindet sich dadurch im Zentrum zwischen den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven und den Metropolregionen Berlin, Leipzig, Nürnberg und Prag. In Wittingen besteht zudem ein Erweiterungspotenzial von acht Hektar auf dem Altgelände und weiteren 46 Hektar auf einer Erweiterungsfläche, die beispielsweise ebenfalls für ein Leercontainerdepot mit Reparaturwerkstatt und weitere Neuansiedlungen genutzt werden könnten.


Schiffshebewerk Scharnebeck
Schiffshebewerk Scharnebeck
Jährlich befahren rund 12.000 Binnenschiffe den ESK
Jährlich befahren rund 12.000 Binnenschiffe den ESK

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